Nov 12

Blog Traumajäger Beitrag

By Christoph Sollmann | Allgemein

Im folgenden der Beitrag einer Pat. zum BLOG TRAUMAJÄGER. Gerne nehmen

wir auch die Beiträge zu den gestellten Fragen der Leser dieses Blogs auf. Wir

behalten uns redaktionelle Änderungen vor. Die Beiträge erscheinen anonym.

Namen sind der Redaktion bekannt. Vorsicht: Beiträge sind inhaltlich nicht geändert.

Einige Inhalte sind nicht für zarte Gemüter geeignet.

Christoph Sollmann

BLOG Beitrag einer Besucherin:

  1. Welche Art von Trauma habe ich erlebt?

Von Kleinkindalter an, bis zu meinem 22. Lebensjahr.

  • sexueller Missbrauch  (Familienmitglieder, Urlaubsbekanntschaft eines Familienmitgliedes)
  • körperlicher Missbrauch (Familienmitglieder, Heimbewohner)
  • psychischer Missbrauch Betroffene und Zeuge  (Familienmitglieder, Heimbewohner, damalige soziale Kontakte)
  • Machtmissbrauch und Grenzüberschreitung ,,Retraumatisierung“ (Klinikaufenthalt, Fachpersonal)
  1. Wie haben sich die Symptome gezeigt?

    Ich kann leider nicht mehr genau sagen wie es anfing. Ich erinnere mich an Verwirrtheit, ich verstand es nicht, konnte es nicht in Worte fassen. Ich hatte große Angst, fühlte mich wehrlos, erstarrte und hatte das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen.

    Danach folgten:

  • kindliche Entwicklungsstörungen
  • zwischen Realität/ meine eigene kleine Welt
  • Entwicklung Innerer Helfer
  • Vermeidungsverhalten (Orte, Dinge, Lieder, das Haus aus Angst nicht zu verlassen, Termine abzusagen,…)
  • Verdrängung
  • Nägelkauen
  • ständige Angst ( die später zu Angst und Panikzuständen führte)
  • Scham ,Schuldgefühle, Selbstzweifel, Selbsthass (zerstörtes Selbstbild)
  • ständige Nervosität/ Unruhe (Herzrasen)
  • Schweißausbrüche
  • Magendarm Beschwerden
  • Kopfschmerzen
  • Haltungsfehler (Krumm/ geduckt gehen)
  • erhöhte Wachsamkeit und Schreckhaftigkeit
  • Flashbacks/ Intrusionen
  • Schlafstörungen (Taschenlampe immer am Bett haben)
  • Alpträume (weinend, schwitzend, schreiend, wach werden)
  • Bettnässen (plötzliches Einnässen auch über Tag)
  • Wut und Rachegefühle
  • Hoffnungslosigkeit, Ausweglosigkeit
  • Erstarren / Ohnmachtsgefühl
  • sozialer Rückzug (Isolation)
  • zwanghaftes Verhalten (Waschzwang, immer wieder nachschauen ob die Haustüre wirklich verschlossen ist, Sauberkeit und Ordnung,…)
  • Verlustängste
  • kein Vertrauen aufbauen können
  • Angst vor Nähe und Geborgenheit
  • Intimitätsprobleme
  • Probleme im Umgang mit Gefühlen (Trauer, Wut, Ekel, Liebe, Angst, Scham, Überraschung)
  • einen ernsthaften Suizidgedanken ( mit dem Weg zur Ausführung)

 

  1. Wie lange traten nach der ursprünglichen Traumatisierung traten diese Symptome auf?

Von dem Tag an bis heute. Durch viel Arbeit in den letzten Jahren, ist es jedoch um einiges besser geworden. Ich habe sehr viel gelernt und konnte vieles davon anwenden. Sodass ich heute sagen kann, es geht zwar nicht mehr weg und man vergisst nicht aber es wird leichter.

 

4.Was habe ich versucht, um diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu überwinden?

Ich würde jetzt aus dem Bauch heraus sagen ALLES. Da ich aber der felsenfesten Überzeugung bin das der Mensch niemals auslernt und ich noch jung bin, sage ich, ich befinde mich noch auf meinem Weg.

Von Kindesalter an habe ich immer wieder versucht mich bemerkbar zu machen, jedoch ohne Erfolg. Selbst zwei Aufenthalte in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und eine lange Zeit in einem Heim brachten mir keine Hilfe, eigentlich genau das Gegenteil. Als ich dann , als jugendliche auszog von Zuhause, dachte ich jetzt wäre ich bereit für eine Therapie. Jedoch brach ich diese nach einem halben Jahr ab, ich war noch nicht bereit über all das zu sprechen. Meine Symptome wurden allerdings über die Jahre so schlimm, das ich mit 20, in ein so tiefes schwarzes Loch fiel, dass es nicht mehr anders ging. Ich kam in eine psychiatrische Klinik. Doch leider prägte mich diese Erfahrung aufs neue. Trotz der Umstände dort, die für mich katastrophale Auswirkungen hatten, suchte ich diese Klinik immer wieder auf, den ich brauchte Hilfe. Als es dann letztendlich dort eskalierte, ging ich und war  auf mich allein gestellt. Ich hatte das vertrauen in Ärzte, Pflegern/ Pflegerinnen und Therapeuten verloren. Ich war sehr verzweifelt . Ich hatte zu große Angst mir nochmal Hilfe zu holen, egal wo.

Ich hatte nun drei Möglichkeit, von der einer schonmal nicht in Frage kam, dann blieb noch erstarren und Kampf. Ich fing an zu kämpfen. Ich las alles über meine Diagnosen was ich kriegen konnte und noch vieles andere aus dem Bereich Psychologie. Ich fing an Stück für Stück die Dinge anzuwenden die ich las.  Damit kam ich ganze fünf/sechs Jahre gut über die Runden, auch wenn es teilweise grenzwertig war, ich kam zurecht.

Seit Anfang des Jahres bin ich nun bei Herrn. Dr. Sollmann in Behandlung. Es war schwer für mich nochmal den Endschluss zu fassen mir Hilfe zu holen. Ich habe lange gebraucht, Jahre. Seit kurzem bin ich mit meiner Entscheidung glücklich. Ich fange an Herrn Dr. Sollmann zu vertrauen und fühle mich gut aufgehoben.

 

5.Was hat mir schließlich geholfen? bzw. mit welcher Therapieform oder Selbsthilfe mache ich gerade gute Fortschritte?

  • Meine Hündin (Tiere allgemein)
  • Mein stabiler und wirklich toller Freundeskreis
  • Mein Hilfesystem (Psychiaterin, Psychotherapeut, Betreuungen, Austausch/ Gespräche mit Betroffenen)
  • folgendes Buch ,, Das PTBS- Arbeitsbuch“ von Mary Beth Williams Soili Poijula
  • Ich habe mich eines Tages gefragt ,, Was will ICH wirklich“ Jetzt gerade, morgen, nächstes Jahr….   . Und ja was will ICH wirklich. Nicht die prägenden Menschen aus meiner Kindheit und all jene andere, die mich mit prägenden und verletzenden Glaubenssätzen geprägt haben. Ich überprüfe stehts, will ICH das oder jemand anderes. Wer spricht da aus mir heraus.
  • Ich habe angefangen alles über meine Diagnosen zu lesen, ebenso aus anderen Bereichen der Psychologie. Ich konnte vieles besser verstehen und das nahm mir ungemein viel Angst. Ich habe gelernt mich zu verstehen und zu lesen. Besser auf mich zu achten und für mich zu sorgen. Und das ist Motivation pur, denn du verstehst nicht nur dich besser sondern auch andere.
  • Ich habe mit den Menschen die ich liebe und die mich lieben über meine Erkrankungen gesprochen. Das war nicht leicht, denn vielen Menschen macht es Angst. Also dachte ich mir wenn ich nicht nur über meine Erkrankung spreche sondern ihnen berichte und erkläre mit Infomaterial was dies denn genau ist wird es leichter. Und so war es letztendlich auch. Auch deren Blick gegenüber Menschen mit einer psychischen Erkrankung veränderte sich.
  • Ich habe angefangen Stück für Stück Gefühle zu zulassen. Auch wenn dies vor Jahren nicht mal denkbar war, heute gelingt es mir, von mal zu mal besser. Es ist befreiend und nimmt mir den Druck, der sich aufstaut wenn ich nicht darauf achte was in mir hervorgeht.
  • In Angst- und Panikzuständen wo ich früher die Flucht ergriff, tanze ich heute oder mache etwas lustiges. Egal wo, egal wann. Ich habe meiner Angst  einen Namen gegeben um ihr mal bisschen die Luft rauszunehmen, darf ich vorstellen ,,Horst“.
  • Ich habe mich mit anderen Betroffenen (egal unter welcher Diagnose/ Geschichte sie leiden) unterhalten. Ebenso habe ich mich mit mehreren Tätern unterhalten. Ich konnte vieles lernen und sogar verstehen. Es tat und tut heute noch gut sich auszutauschen.
  • Ich habe mich daran erinnert was mir gut tut und was ich liebe. Regelmäßig gehe ich diesen Dingen nach. Es tut gut, beruhigt mich und macht mich auch glücklich. (z.B.  Garten- oder Balkonarbeit /Blümchen)
  • Jeden Tag schminke ich mich und ziehe etwas an in dem ich mich wohlfühle. Egal wie es mir geht. Meist an schlechten Tagen geht es mir dadurch dann etwas besser.
  • Jahre über Jahre bin ich geduckt gelaufen, krummer Rücken und den Kopf nach unten. Heute versuche ich stehts daran zu denken gerade zu laufen, schultern zurück , Kopf hoch, die Erde unter meinen Füßen spüren. So fühle ich mich viel selbstbewusster und stärker. Und mit einem Lächeln auf meinen Lippen verändert sich sogar mein Umfeld.
  • Ich habe mir einen Rucksack/ Tasche gepackt mit allen Dingen dich mich an positive Erlebnisse Erinnern oder an jehne dich mich daran erinnern was ich schon alles geschafft habe. Es war alles dabei , Bücher, Musik, mein Lieblingsüßigkeit, Fotos und andere persönliche Dinge die für mich einen hohen wert hatten, egal was für einen. Ich habe ihn überall mit hingenommen und manchmal brauche ich ihn noch.
  • Ich visualisiere, das heißt ich stelle mir z. B. vor was ich erreichen möchte und denn Moment in dem es eintritt, dies löst ein Glücksgefühl aus und ich fühle mich besser. Ich sage das auch träumen zu. Träumen von schönen Momenten oder Dingen. Visualisieren/ Träumen kann man immer und überall , ich höre dabei am liebsten Musik.
  • Ich gehe viel mit meinem Hund spazieren, ich liebe die Natur. Frische Luft macht den Kopf frei und beruhigt die Atmung (gerade bei Angstpatienten).
  • Seit kurzem habe ich mit Sport angefangen (Kraftsport). Dieser hilft mir mal Dampf abzulassen. Ebenso fühle ich mich stärker und ausgelassener.

 

Aug 06

Gemeinsame Sprache sprechen – Barrieren in den Köpfen überwinden

By Christoph Sollmann | Allgemein

Auf dieser Homepage gibt es keine „English-Version“ oder andere sprachliche Versionen mehr. Diese Separierungen habe ich mit der Neugestaltung der Homepage beendet. Das hat gute Gründe.  Namika singt in ihrem Hit „Je ne parle pas Francais … aber irgendwie hört es sich „nice“ an“. Es ist nicht nur „irgendwie nice“ sprachliche Barrieren zu überwinden. Dieser Beitrag und die Inhalte auf meiner Homepage leisten einen kleinen Beitrag: Eine Durchmischung mit englischen, deutschen und auch gerne mit Beiträgen aus anderen Sprachen. Wie finden Sie das? Schreiben Sie mir: an: Christoph Sollmann, Praxis.sollmann@gmx.de

Jul 17

Deine Meinung zur Traumtherapie

By netdesign | Allgemein

In unserem BLOG ist, neben aktuellen Meldungen aus der Praxis, deine Meinung gefragt. Hast du Erfahrung mit Traumatherapie oder wurde bei dir eine Posttraumatische Belastungsstörung festgestellt? Schreib‘ uns doch bitte, wenn dir etwas besonders geholfen hat. Teile deine positiven Erfahrungen mit uns und anderen.

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